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Montag, 19. Juni 2017

Jour fixe der Freunde Gutenbergs in der Zitadelle



Der Jour Fixe der Freunde Gutenbergs, der viele Jahre im Haus zum römischen Kaiser (Gutenberg Museum) stattfand, wird nach mehrmonatiger Pause fortgesetzt, nun - betreut von der Kulturei - in den Kasematten zwischen Kommandantenbau und Bastion Germanicus an der Ostfront der Mainzer Zitadellle.




"Mord, Diebstahl, Fälschung. Über die Schwierigkeit, Gutenbergs Todesdatum zu bestimmen" war das Thema des Vortrages von Frau Dr. Cornelia Schneider, Kuratorin für Buchkunst des 15.-18. Jahrhunderts am Gutenberg Museum, beim ersten Treffen am 8. Juni 2017 um 12:30 in den Räumen der Kulturei in den Kasematten.



Zum Auftakt waren Oberbürgermeister Michael Ebling, Kulturdezernentin Marianne Grosse, und der Geschäftsführer Dr. Franz Stephan Pelgen der Internationalen Gutenberg Gesellschaft anwesend und trugen Grußworte vor. Yvonne Wuttke von der Kulturei freute sich, daß die Reihe Jour Fixe nun in den Kasematten stattfinden wird.


Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling


Marianne Grosse, die Bau- und Kulturdezernentin von Mainz


Yvonne Wuttke, die Betriebsleiterin der Kulturei


Dr. Franz Stephan Pelgen, der Geschäftsführer der internationalen Gutenberg Gesellschaft


Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt ...


... allerdings nahm bei diesem ersten mal in der Kulturei die Klärung der Frage ob vorher, mittendrin oder nachher gegessen werden sollte, dann doch etwas Zeit in Anspruch.

Tja, und nach all den Vorrednern kam Frau Dr. Schneider dann zu ihrem Vortrag.



Der Todestag von Johannes Gensfleisch zum Gutenberg wird meist auf den 3. Februar 1468 (Sankt Blasius Tag) in Mainz datiert.


Wie Frau Dr. Schneider an mehreren Beispielen darstellte, ist es allerdings garnicht so einfach, glaubwürdige Quellen zu dem Geschehen im 15. Jahrhundert zu finden. Viele spätere Historiker beziehen sich zudem auf diesselben wenigen Quellen.

Und dazu war der ein oder andere eitle Herr in vergangenen Jahrhunderten wohl eher daran interessiert, seine private Dokumentensammlung auszuweiten oder sich mit seiner Interpretation der historischen Zusammenhänge Geltung und Gewicht zu verschaffen (hat sich das bis heute wirklich geändert?).

Im Hinblick auf die 2018 anstehenden Feierlichkeiten zum 550. Todestag von Gutenberg verlautete etwas gequält als Zwischenruf von Herrn Ebling: "aber das Jahr stimmt doch, oder?"

Und so lautete dann das Fazit von Frau Schneider: wir können eigentlich nur sicher sein, daß wir nicht sicher wissen, wann genau Johannes Gensfleisch zum Gutenberg zwischen dem Jahr 1465 und dem 28. Februar 1468 (Zeitpunkt der dokumentierten Übertragung seines Nachlasses) gestorben ist.

Mehr zu diesem Vortrag ist auch dem Bericht in der Allgemeinen Zeitung Mainz zu entnehmen!

Sonntag, 11. November 2012

Elfter Elfter (2012)


Es ist mal wieder der elfte Elfte im Jahr. Das bedeutet in Mainz: eintägiges, medienunterstütztes öffentliches "Anfixen" der fastnachtsabhängigen Narren auf dem "Schildaplatz" ;-).

Das alljährlich wiederkehrende Landesgruppentreffen der Amateur- und Profi-Selbsthilfegruppen für an temporärem Fastnachts-Wahn Leidende! 

In diesem Jahr war es mal ein Sonntagmorgen, da konnten viele in die Mainzer Innenstadt kommen, die sonst am 11.11. durch Arbeit irgendwo anders im Rhein-Main-Gebiet gebunden sind.

Und da im Hinblick auf die dunkle Jahreszeit gar viele der stimmungsaufhellenden Droge bedurften, war der Platz, auf dem es das "Zeugs" gab, übervoll. Das Motto für die anstehende "Durststrecke": "Der Rettungsschirm für Groß und Klein, ist Fassenacht in Mainz am Rhein".

Ich vermute mal, je weniger die Menschen sich mit dem Wesen der Zeit beschäftigt haben, um so wichtiger ist es für sie, daß der Beginn genau um 11:11 am 11.11. erfolgt, eben "pünktlich"! Das lieben die Deutschen! Dazu am besten nanosekundengenau! Jedes Jahr wird das in allen Medien immer und immer wieder betont: "...die Fastnachtszeit, die pünktlich um 11.11 Uhr ausgerufen wurde ... 
Ob diese Narren auch ihre Geburtszeit so genau kennen, da, wo für sie selbst alles in diesem Leben begann? Für echte Narren wahrscheinlich unwesentlich, denn das wahre Leben spielt sich eh nur während der Kampagne ab! Helau! Und von Geburt an waren sie keine Narren, höchstens Deutsche!

Die Verlesung der überaus wichtigen Narrencharta erfolgte allerdings mit kraftloser Stimme, welch ein Jammer! Aus meiner Sicht eine echte Fehlbesetzung. Die vielen Narren auf dem Schildaplatz getrauten sich ob der Kraftlosigkeit garnicht, mit einem kraftvollen "So sei es!" zu antworten. Der SWR hat das per Video festgehalten, siehe hier!
Die Vortragenden sollten m.E. erstmal bzgl. der "Performance" bei Bohlen oder Raab gecastet werden, bevor sie auf den Balkon dürfen.

Um so erfreulicher, daß unser OB Michael Ebling durch Auftreten, Lautstärke, Form und Inhalt seines Vortrages klar zu gewinnen wußte. Seine erste öffentliche Ansprache im neuen Amt an die Narren, die hat er gut gemacht! Siehe hier!

Was war sonst noch wichtig?

Die "innovativen" Humbas spielten "So ein Tag, so wunderschön wie heute" als Blues. Der Gitarrist zeigte bei anderen Liedern, daß er, närrisch wie er nun mal ist  - wie damals die Rock' n' Roller, Tielman Brothers oder später dann auch Jimi Hendrix - die Gitarre hinterrücks auf den Schultern spielen kann. 

Der SWR wollte dieses Mal auch dabei sein, teilhaben an dem Spektakel-Kuchen. Also haben sie an die Café Extrablatt Ecke eine Bühne hingeknallt und waren auf Sendung. (Erinnert mich irgendwie an die betrübliche Situation beim Rosenmontagsumzug in der Boppstrasse/Ecke Josefstrasse, beim SWR scheinen sie die Ecken zu lieben)

Die Pommes kosteten 3 Euro, eine stinknormale Bratwurst kostete 3,50 Euro, die von "stinknormal" zu "Curry-" beschnittene und "veredelte" Bratwurst 4 Euro, und wer noch "Pommes zum Currypampes" - Helau! - dazu haben wollte, war eben 6,50 Euro los. Die Mainzer Narren machen ja alles mit, die haben sich am Stand fast gekloppt, um was zu Essen zu bekommen!
Hab' ich da was übersehen, oder hatten die mit ihrem Wurst & Co Stand tatsächlich ein Monopol da?

Nachfolgend einige Fotos von dem Ereignis in der Mainzer Stadtmitte:

Auf dem Weg durch die Schillerstraße zum "Schildaplatz":



Nix wie rein ins Getümmel, es ist eh' schon übervoll da ....


Michael Ebling zeigt, wie man's macht


Die Schwellköpp waren auch wieder dabei:





Wer zielt hier im Doppelpack von der Bühne herunter auf die Narrenschar? Die Herren Fotografen von der lokalen Presse mit ihren schweren Canons als närrische "Distanzwaffen":



Jedes Jahr dasselbe: harte Arbeit, und die anderen feiern ...  
Dafür gibt's als "Trostpflaster" mal 'nen guten Schnappschuß (allerdings mit einer Nikon aufgenommen, ich hoffe das stört nicht ;-)!


Manch bunte Narrenkappe gab es zu sehen ...


Jetzt geht's um die Wurst! Das Motto: "sie sparen 0,50 Euro, wenn sie nur 6,50 Euro ausgeben"!
Dieses Jahr habe ich gestreikt, keine Wurst (und mehr) zu diesen Preisen! Optimisten würden sagen: "Wieso, hat doch letztes Jahr genau so viel gekostet!"
Am 11.11., 10 bzw. 11 Jahre nach der Währungsumstellung: 12,70 DM für 'ne Currywurst und eine Portion Pommes! Und das nicht in Wiesbaden, nein, mitten im Herz vom goldische Meentz!
Wer vergessen hat, wie der Umrechnungsfaktor lautet, bitte sehr hier!

"Der Preis ist alternativlos. Deutschland ist auf einem guten Weg" würde Angela Merkel dazu sagen .... Helau!



Danke, im letzten Anlauf hat das mit einem Lachen doch noch geklappt!


Erntedankfest, Halloween und Elfter Elfter, alles auf einem Hut ...



Die "HUMBAs"mit Thomas Neger in Aktion:



Blind date?



Die Vögelein, die Vögelein vom Titicacasee,
Die heben wenn die Sonne lacht, das Schwänzchen in die Höh;
Ach Mägdelein, ach Mägdelein, wenn ich Dich vor mir seh,
wär ich so gern ein Vögelein vom Titicacasee. (Orignal: de Räuber)


Vor dem Osteiner Hof














Rund um den Fastnachtsbrunnen ....






... bis in die Ludwigstrasse hinein!





Elfter Elfter 2011. Wie war das damals? Siehe hier!
Elfter Elfter 2010.  Siehe hier!
Elfter Elfter 2009. Was, das gab es auch schon? Ja! Siehe hier!

Ein paar Eindrücke in Videoform vom 11.11. Da war mal für etwa 20 Minuten Pause vom Bühnenprogramm-Dauerkrach, da konnte man tatsächlich sogar die Narren lachen hören!


Hier gibt es noch etwas für die ganz hart gesottenen Fastnachter, einen Einblick in das Wirken der "Humbas". Die Lautstärke der "Humbas" war wohl zuviel für die gewählten Einstellungen an meinem Camcorder! "Ave in Mainz am Rhein ...!"

Ja, schade! Damit da keine Mißverständnisse entstehen, es klang deutlich besser und unverzerrt vor Ort! Wobei, die Stimmung wird ganz gut wiedergegeben, und als Narr kann man sich ja auch ganz leicht andere Musik beim Anschauen vorstellen ...