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Samstag, 29. November 2014

Souveränität

Souveränität, ja was ist das? Bei dieser Frage spielte natürlich im Lauf der Jahrhunderte das zur betreffenden Zeit vorherrschende Menschenbild und die gesellschaftlichen Machtverhältnisse mit hinein und insofern hat sich dieser Begriff in die verschiedensten zeitgenössischen Mäntelchen gehüllt. Mit tatkräftiger Unterstützung der jeweiligen Rechtsgelehrten und Philosophen, die ja auch gerne im Umfeld der Macht und Bedeutung leben wollten (z.B. am Hofe des "Souveräns").

Zur Begriffsdefinition: Was sagt die Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Souveränität?

Souveränität

[franz.] S. bezeichnet die höchste, nach innen und außen unabhängige staatliche Herrschaftsmacht und Entscheidungsgewalt: 

1) Innere S. heißt in den modernen Demokratien, dass die Staatsgewalt über sämtliche Hoheitsrechte verfügt und durch die Volkssouveränität sowohl legitimiert als auch begrenzt ist. 

2) Äußere S. (auch Staats-S.) bedeutet im Völkerrecht (von jeglicher Fremdherrschaft freie) Unabhängigkeit und (ohne Rücksicht auf wirtschaftliche, militärische oder sonstige Stärken und Schwächen) Gleichheit der Staaten.


Wikipedia sagt dazu:
"Unter dem Begriff Souveränität (frz. souveraineté, aus mittellat. superanus, „darüber befindlich, überlegen“) versteht man in der Rechtswissenschaft die Fähigkeit einer natürlichen oder juristischen Person zu ausschließlicher rechtlicher Selbstbestimmung. Diese Selbstbestimmungsfähigkeit wird durch Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Rechtssubjektes gekennzeichnet und grenzt sich so vom Zustand der Fremdbestimmung ab. In der Politikwissenschaft versteht man darunter die Eigenschaft einer Institution, innerhalb eines politischen Ordnungsrahmens einziger Ausgangspunkt der gesamten Staatsgewalt zu sein. Geprägt wurde der Begriff im 16. Jahrhundert durch die Absolutismuslehre des französischen Staatsphilosophen Jean Botin."

Nun sagt Prof. Schachtschneider: Souverän ist, wer frei ist! Eine provozierende These?

Wer also als erwachsener selbstverantwortlicher Mensch (erneut) seine Bindungen z.B. an andere Personen, oder gesellschaftliche Institutionen/Konstrukte, oder Glaubenssysteme in eigener Verantwortung (selbstverantwortlich) frei wählen kann. Das setzt einen hohen Grad an Bewusstheit/Selbsterkenntnis voraus. Insofern, etwas lapidar ausgedrückt, für viele völlig unvorstellbar!

Kleiner Hinweis aus solarer Perspektive: Bei aller Souveränität sind die meisten von uns aber doch in unserem Souveränitätserleben an die Erde über die Gravitation gebunden. Das fällt aber den wenigsten auf! Der Begriff der Souveränität wird sich bestimmt erneut ändern, wenn es signifikanten Mengen von Menschen gelingen wird, sich jenseits der Sphäre des Mondes frei im Sonnensystem zu bewegen. Das wäre dann die Freiheit der Wahl, an welche Himmelskörper ich mich binden will. Und letztlich ist (die Illusion von) Souveränität in Raum und Zeit an eben diese Grenzen gebunden.

Also insofern geht es jetzt erst mal um die innerhalb des Gravitationsfeldes der Erde mögliche Souveränität, die Souveränität auf Erden, sozusagen unter dem Mond  ;-)

Das Thema "Souveränität" hat derzeit mal wieder im Zuge der Krimkrise in der Ukraine an Aktualität gewonnen. Und viele Menschen denken, Souveränität hat etwas mit dem Staat zu tun, aber nicht mit ihnen selbst. Also gibt es in den üblichen Medien hauptsächlich Berichte über Völkerrechtsverletzungen und Verletzungen der Staatssouveränität, wobei man so tut, als wären die Staaten, ihre Staatsgebiete und ihre Verfassungen irgendwann mal, meist zuletzt im 19. oder 20. Jahrhundert, für alle Ewigkeit festgeschrieben worden.

Von besonderer Bedeutung ist aus Sicht des Westens (der westlichen Wertegemeinheit) die Souveränitätsfrage in Ländern, die über Rohstoffvorkommen, insbesondere Gas- oder Ölvorkommen, verfügen oder aber die "geostrategisch" für die eigenen Machtplanspiele von hoher Bedeutung sind. Diesen Ländern muß in Souveränitätsfragen geholfen werden, insbesondere die haben Nachholbedarf!

Wobei fast vergessen wird: wir leben doch in der Bundesrepublik in Deutschland! Sind wir als Bürger des Organisationskonstrukts "BRD" frei? Sind wir und damit auch unsere eventuell nur staatsidentische Organisationsstruktur souverän?

Hier mal der Hinweis auf das Buch des Staatsrechtlers Prof. Schachtschneider:

"Die Souveränität Deutschlands: Souverän ist, wer frei ist"


"Wie souverän ist Deutschland wirklich? Deutschland sei »seit dem 8. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen«, bekundete Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen, vor den versammelten Bankern des Europäischen Bankenkongresses am 18. November 2011. Das war geradezu eine Verbeugung des Staates vor dem neuen Souverän des entgrenzten Kapitalismus. In »Europa« sei die Souveränität ohnehin »längst ad absurdum« geführt. Wenn Deutschland aber nicht souverän ist, dann herrscht ein anderer Staat oder eine Staatengemeinschaft oder eine Person oder Personengruppe, irgendeine Macht, über Deutschland und Wolfgang Schäuble ist dessen bzw. deren Agent und nicht Vertreter des Deutschen Volkes. Vielmehr dient er fremden Interessen. Das lässt sich nicht mehr kaschieren."

Ebenso auf einen Artikel von Prof. Schachtschneider, in dem er direkt zu Fragen bzgl. der Ukraine und der Vorgänge auf der Krim Stellung bezieht. Sein Fazit als Zitat:

"Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim kann durch völkerrechtliche Verträge oder die Verfassung der Ukraine nicht aufgehoben werden. Die Krim hatte und hat als autonome Republik jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim war verhältnismäßig und kein Verstoß gegen das Völkerrecht."

Seien Sie bitte nicht erstaunt, daß Sie über solche Fragen noch nichts in den Mainstream Medien (MSM) etwas gehört oder gelesen haben. Sie sollen ja nicht merken, daß Sie nichts merken.

Freitag, 23. August 2013

SPD Wahlkampf 2013: Peer Steinbrück in Mainz


War da was in diesem Sommer? Wahlkampf? Was, im September sind Wahlen? Wie, was, zum Bundestag? Deutschland ist in diesem Sommer politisch im Dornröschenschlaf versunken.

SPD Wahlkampf im August 2013: Peer Steinbrück war heute nachmittag im sonnigen Mainz! Unter dem Zeltdach auf der Wiese auf dem Ernst-Ludwig-Platz gab er auf - vorher vom anwesenden Publikum schriftlich abgegebene und dann von seinem Team sorgfältig ausgewählte - Fragen Antwort. 
Mit von der Partie war ebenfalls der SPD Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann.

Anbei ein paar fotografische Eindrücke von der bestens besuchten Veranstaltung.


Kurz nach 15 Uhr, noch eine Stunde bis zum Beginn der Veranstaltung:






16 Uhr, es geht los! Ein Rapper darf als Erster auf das Podest im Zentrum der "Arena":



Der Moderator im Gespräch mit dem Mainzer Bundestagsabgeordneten der SPD, Michael Hartmann:




Knapp eine halbe Stunde später, Peer Steinbrück ist in der Arena eingetroffen, der Wahltalk zum Wahltag beginnt! Der Kandidat der SPD für das Amt des Bundeskanzlers wurde am 10. Januar 1947 geboren, Steinbrück ist also ein Steinbock! Und mittlerweile 66 Jahre alt.

Der Vorname Peer ist eine Form des Namens Peter und kommt aus dem Griechischen (πέτρος petros)! Bedeutung: "der Felsblock, der große Stein". Der im Sternzeichen Steinbock geborene Peer Steinbrück: sozusagen insgesamt als Paket ein ganz schöner steiniger Grund und Boden ... 
Und insofern entspricht "(klare) Kante zeigen" seinem Naturell, gell!
Und er gibt seine Ausführungen im Angesicht der St. Peter Kirche in Mainz!

Steinbrück geht in seinen folgenden Ausführungen auf jeweils 3 gestellte Fragen als Block ein, 4 Blöcke sind vorgesehen. Die Atmosphäre an diesem schönen Sommernachmittag hat was von einer Open Air Vorlesung auf einem Campus:











Das Konzept für diese Art von Wahlkampfveranstaltung ist m.E. sehr ansprechend, weg von der üblichen marktschreierischen Wahlkampf-Routine von einer Bühne herab aufs Volk. Hier nun steht der Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers mitten "im Volk" im Zentrum:



Klartext reden! Ja, schön und gut. Aber in Bezug auf was? Die essentiellen Probleme?



Als Felsblock bleibt er im Winde stehen, er trotzt dem Wind, während seiner Meinung nach Angela Merkel "in der Furche bleibt". Woher der Wind weht, und wer vor allem so viel Wind macht, dazu sagt der  Peer Steinbrück in seiner verwendeten Metapher aber nichts. Ist es die Furcht des Monolithen vor der Furche und Erdnähe? Steinbock (Steinbrück) vs. Krebs (Merkel), welch ein titanischer Kampf!


Michael Hartmann im Gespräch in kleinen Gruppen nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung:





Was Peer Steinbrück nicht erklärt hat:
wie konnte es passieren, daß von niemandem gewählte Personengruppen Regierungen (auch die unsrige!) so umgedreht haben, daß die "vom Volk" gewählten Politiker nun - im Auftrag von nichtgewählten Drahtziehern als deren Statthalter und Geldeintreiber - ihr Volk finanziell auspressen müssen ...
Wobei, es reicht nicht, Regierungsvertreter in Abhängigkeit vom Finanzkapital zu bringen, nein, es geht darum, nachdem das mit Firmen in Phase 1 geklappt hat, nun ganze Völker zu "entsaften". Eine gigantische "Entsaftungsmaschinerie" ist da am laufen. Der kostbare "Saft", die gehandelte Ware,  ist die Lebensenergie der Menschen, z.T. als Warentermingeschäft schon für Generationen in der Zukunft fest verpflichtet und verpfändet. Da wird mit dem Besitz und Wohlergehen von ganzen Völkern und Nationen spekuliert!
Und schlichten Gemütern wird das dann oft noch als Akt der "Rettung" verkauft. Mit fällt da nur der Buchtitel ein: "bitte nicht helfen, es ist auch so schon schwer genug!"

Das ist die logische Folge des derzeitigen globalen Vorzeigeprojekts Raubtierkapitalimus, bei dessen Einführung in Deutschland die SPD unter Gerhardd Schröder nicht unwesentlich tatkräftig geholfen hat.

Im Slogan: "Das Wir entscheidet" ist daher entscheidend, wer als "Wir" gemeint ist. Ist das "Wir" eher im Sinne vom Pluralis Majestatis zu verstehen?

Ich will dem Peer Steinbrück schon glauben daß er in der Zwischenzeit dazugelernt hat. Wenn er zu seinem kantigen Naturell steht, kommt er authentisch rüber. Aber warum gerade er sich so gerne auf den "Darth Vader der SPD" ;-), den Gerhard Schröder (driven by blind "Machtinstinkt") beruft, kann ich nicht nachvollziehen.

Übrigens: das kapitalistische System steht nicht zur Wahl bei der Wahl zum deutschen Bundestag! Denn das System selbst veranstaltet ja diese Wahl! Die Wahl findet innerhalb des "Systems" statt, sozusagen in der "Matrix".
Worum also geht es? Es geht um das Funktionieren des Systems! Es geht um eine nach außen hin farbenfrohe Zusammensetzung des Bundestages, damit eine im Sinne des "Systems" handlungsfähige Regierung gesichert ist (Denn: weitere Rettungskredite müssen geplant, Steuern erhoben, Zinsen für die Staatsanleihen müssen ja auch noch weiterhin bedient werden).

Im Haus der Demokratie, mit seinen Fundamenten (Grundgesetz) im kapitalistischem Grund und Boden (Immobilie), bei dem der Putz der "sozialen Marktwirtschaft" schon lange bröckelt, dürfen bei der Wahl zum Bundestag m.E. nur die Möbel oder nichtragende Wände umhergeschoben/ausgetauscht und eventuell die Farbe des Mobiliars geändert/angepaßt werden.

Wann durfte das deutsche Volk direkt über seine Verfassung abstimmen? (Im Auftrag der drei westlichen Besatzungsmächte erarbeitet, wurde das Grundgesetz vom Parlamentarischen Rat und den Landtagen (Ausnahme zunächst: Bayern) angenommen; eine Volksabstimmung gab es nicht. Das Grundgesetz war nicht als dauerhafte Verfassung gedacht und auch absichtlich nicht so bezeichnet; aus WIkipedia)

Wer sich mal zum Thema "Illusion der Alternativen" informieren will, bitte sehr hier!
Was auf den Tisch kommt bestimmen andere. Aber sie lassen uns eine Pseudowahl. Die Pfälzer wissen das schon lange und formulieren diese Illusion der Alternativen in folgender Weise: "Sie haben die Wahl! Wollen Sie Krumbeeren oder Kartoffeln?

Tja, wer entscheidet über das Schicksal von Peer Steinbrück im Hinblick auf das Amt des zukünftigen Bundeskanzlers der BRD? Weiß er es? Wissen wir es?

Angeblich wir als Wähler bei der Wahl am 22. September! Peer Steinbrück ruft daher den potentiellen Wählern um ihn herum am Ende der Veranstaltung zu: Wählen sie den Michael Hartmann von der SPD mit ihrer Stimme, damit er mich im Bundestag zum Kanzler wählen kann!
Werden wir dann, am Wahlabend nach Feststehen eines einigermaßen vertrauenswürdigen Ergebnisses dieser Wahl einen strahlenden Peer sehen, oder eher einen Peerdido?

Es gibt durchaus auch andere Blickwinkel auf die Sinnhaftigkeit des Wahlgeschehens:
Wissensmanifaktur:  Wahl der „Volksvertreter"
Volker Pispers: Zum Ausgang der Bundestagswahl 2013
Ferdinand A. Hoischen  Demokratie: Nichtwählen